Sonntag, 10. Februar 2013

Werkstatt - Es geht weiter - Schrank aufhängen und aufhübschen

Hallo liebe Leser,

nachdem ich nun "Raus aus dem Beton" bin, ging es bei mir am Wochenende weiter in der Werkstatt. Ich habe heute meinen "alten Werkstattschrank" aufgehangen. Eigentlich wollte ich diesen Schrank nicht mehr montieren, da er ein Relikt aus meinem Kinderzimmer ist.

Allerdings war es mal ein qualitativ gutes Möbel, und birgt auf die Schnelle viel Platz für meine Maschinen und Systainer.


Da am Schrank die Montage Möglichkeit irgendwann in den 80 er Jahren verloren gegangen ist, stand der Schrank früher in meiner alten Werkstatt auf einem Stahlwinkel.  Das hatte zur Folge, das er an den Rändern runter gehangen ist, die Türen dadurch schief waren, und optisch das Ganze eher eine Beleidigung war.



Daher habe ich mich entschieden, das ganze etwas anders anzugehen. Ich werde den Schrank mit dem "French Cleat" Prinzip montieren.




Dafür habe ich eine 20 cm breite Presspanplatte in der Mitte im Winkel 60 Grad / 30 Grad geteilt. So mit  kommt das Gewicht des Schrankes auf die gesamte Länge auf den Cleat. Vorher habe ich den Deckel noch mit den Seitenwänden mit 3,5x50 Spax verschraubt. Aufgrund der Länge der Schrauben, habe ich die Löcher mit 2,2 mm vorgebohrt. Mit dem CXS war es eine Freude, die Schrauben einzudrehen.

Durch den Cleat wird der Schrank auch noch über Eck stabilisiert.

Unten habe ich noch eine 10 cm Abstandsleiste aus Presspan montiert. Auch hier hat es den Vorteil, das der Schrank über Eck verschraubt wird.
Das aufhängen des Schrankes war so sehr einfach und er ist jetzt absolut gerade und stabil.








So, der Schrank hängt. Zuerst werden die Türen eingestellt, was sich nicht als zu leicht heraus stellt. Früher waren die Beschläge noch nicht ganz so komfortabel wie heute. Aber die Türen haben wenigsten schon Einstellmöglichkeiten.

Als die Türen eingestellt und gerade waren noch den Staub der letzten 30 Jahre ausgewaschen.




Nach einigem Rein und Raus aus der Werkstatt fällt mir aber jedesmal die verbohrte und verkratzte Seitenwand ins Auge. So kann das nicht bleiben. Ist es doch der erste Blick beim Eintritt in die Werkstatt.








Vor allem die Plastikaufnahmen stachen ins Auge.

Das brachte mich auf die Idee, die Seitenwände zu verkleiden. Auf diese Art kann ich endlich einmal die Gehrungsfunktion meiner Kreissäge testen, und gleichzeitig die Verleimung einer solchen Verbindung mittels Klebeband.









Ein altes Brett ist schnell gefunden. Es stammt noch vom Abriss der alten Schränke aus der alten Werkstatt.



Das Brett wird zuerst besäumt und dann auf Maß geschnitten.











Das fertige Material zum verleimen. Ich mache beide Seiten,  allerdings zeige ich hier nur das Verleimen eines Brettes. Die Bretter sind bereits mit 60, 80, 120, 180, 240 vorgeschliffen.








Zuerst klebe ich 3 Streifen Klebeband über die Längsseiten des Brettes. Dann habe ich das Brett umgedreht, Leim auf die Schnittseiten gebracht und den Deckel hochgeklappt. Aufgrund des Klebebandes ist dies sehr einfach, da es bereits fixiert ist. Nachdem es im rechten Winkel war, habe ich von oben noch 3 Streifen Klebeband zur Arretierung der Seite gespannt. Die Zugkraft des Klebebandes ist immens, der Leim drückt schön aus der Fuge. Zum Schluss habe ich das ganzen noch ein wenig mit Schraubzwingen befestigt. Was aber wahrscheinlich nicht notwendig gewesen wäre.




Nachdem die Bretter verleimt waren, habe ich noch einmal mit 240 nach geschliffen und dann das ganzen 3x mit Leinölfirnis "Lumberjack" von Clou behandelt. Das Ergebnis ist Klasse. Die Verarbeitung des Leinölfirnis funktioniert prima und schnell. Schade, das das zweite Brett aus billigem Fichte Leimholz ist, was sehr stark verastet ist. Aber für die Werkstatt ist es ausreichend.




Bereits 1 Tag später sind die Bretter trocken genug für die Montage.Ich verschraube sie wieder mit 3.5x30 Spax von innen des Schrankes. So sieht man Außen keine Schrauben. Wiederum mit dem CXS ist es eine wahre Freude. Das Centrotec System kann hier seine Vorteile ausspielen. Vorbohren, Bohrfutter ab, Schrauben eindrehen.


So sieht es jetzt aus, wenn man die Werkstatt betritt. Sehr schön.


Detailaufnahme der Gehrung. Sehr gut fürs Erste Mal, wie ich finde.



Die verbohrte, verkratzte Seitenwand ist nun verdeckt. Auch die French Cleats sind verdeckt.

Der Vollständigkeit halber noch aus der anderen Perspektive.



So gefällt mir das jetzt. Ich musste feststellen, das das auf Gehrung sägen und verleimen gar nicht so schwer ist. Man muss sich nur gut vorbereiten, und ein absolute gerader, 45 Grad Schnitt wird voraus gesetzt.

Ich hoffe der kleine Einblick in meine Werkstatt hat Ihnen gefallen, und ich freue mich auf Ihren nächsten Besuch.

Alwaysworkingman

                                                                











Kommentare:

  1. Hi Andi!

    Klasse, was sich in Deiner Werkstatt alles tut und wie Du Deinen alten Schrank "aufgemöbelt" hast. Das sieht nicht nur gut aus und spart Geld, sondern ist auch noch gut für die Umwelt. Danke, dass Du dabei wieder SPAX verwendet und hier erwähnt hast! Darüber freuen wir uns sehr.

    Viele Grüße aus Ennepetal,
    Dein SPAX-Team

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  2. Hey Andi,

    schöne, saubere Arbeit! Was mann aus alten Schränken mit ein paar guten Ideen nicht alles machen kann...
    Deine Werkstatt sieht jetzt viel freundlicher aus wie die alte "Rumpelkamme" ;-).

    Gruß aus dem Breisgau,
    Dominik

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  3. Hallo Dominik,
    vor lauter "Edelwerkstätten" die man so im Internet sieht und interessanten Blogs verfällt man schnell in "Möbel Niveau in der Werkstatt". Eigentlich sind es ja Fertigungsstätten und keine Wellness Tempel. Aber für mich ist es ein Ausgleich zum Job, also doch "Wellness Tempel" :-)

    Gruß Andi

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