Mittwoch, 29. Mai 2013

Fazit: Nach 6 Monate "bloggen"

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte mit diesem Kurzen Post ein Fazit der letzten 6 Monate abgeben.

Vor 6 Monaten habe ich mit dem "bloggen" angefangen. Motivation dazu entstand aus nächtelangem Lesen anderer Blogs und stundenlangem Youtube Woodworking Videos anschauen.

Ich dachte mir: "Das kannst Du doch auch ! "

Der Blog war schnell eröffnet und Material gab es genug, um die ersten Schritte zu machen.

Keine Sorge, es wird auch weiter gehen.


Allerdings möchte ich diesen Blog noch ehrlicher und realer machen.





Als Autor eines Holzwerkenblogs ist man natürlich bemüht, Themen aufzugreifen, die andere Leserinnen und Leser interessieren könnten. Diese Gedanken kamen bei mir unweigerlich und ich denke, es wird sich kein Blog Autor davon freisprechen können, auch ein bisschen was für "Klicks" zu tun.

So fängt man an, Themen oder Vorgehensweisen zu dokumentieren, die Andere ähnlich machen oder man macht es gar gleich, wie entweder gelernt oder angelesen. Zu erfinden gibt es recht wenig. Desweiteren möchte man vor der "Woodworker Gilde" ja auch in einer Weise gut da stehen. Und hält sich, und hier spreche ich nur für mich, an Regeln und meines Erachtens ungeschriebene Gesetze. Ich möchte 2-3 Beispiele dafür nennen.


  • Ich knalle nicht mitten in ein Brett eine Holzschraube rein, sondern mache die Holzverbindung zumindest von außen unsichtbar. Die Schraube würde mir aber ab und an das Leben stark erleichtern, speziell beim Bau von Werkstattmöbeln und Sekundärmöbeln. (Keller)
  • Ich oder Man ist ständig bemüht die Arbeit und die Werkstücke in einer professionellen Weise zu präsentieren
  • absolute Billigmaschinen werden nicht gezeigt oder gar erwähnt.
  • beliebte Markenmaschinen dürfen ab und an mit aufs Bild.


Da ich in letzter Zeit unter einem gewissen Leistungsdruck stand, weil 6000 Klicks/Monat sind ja nicht "nix", möchte ich künftig mein Hobby "Holzwerken" hier so real wie möglich dokumentieren. Und es soll ein entspannendes, ausgleichendes Hobby bleiben.
Und dazu wird es auch gehören,


  • das nicht so professionelle Werkzeug abzubilden 
  • die krumm gesägte Kante zu zeigen 
  • völlig verquerte Hilfsmittel zu zeigen. 
  • selbst die Discounter Oberfräse wird aufs Tablett müssen und
  • der Billigpinsel aus dem Baumarkt.


Nun, ich bin kein gelernter Schreiner, deshalb tue ich mir ab und an ein bisschen schwerer, Dinge umzusetzen. Oder ich setze sie in einer Weise um, die nicht zur Norm passt.

Genau das gefällt mir nämlich auch an anderen Blogs. Die grüne Bosch Maschine im Vordergrund und im Hintergrund womöglich die nasse, schmimmlige Kellerwand". Das ist "Echt".

Ein Blog, der gespickt ist von Altendorf Maschinen und Festool/Mafell Produkten ist für mich als Heimwerker eher uninteressant, da, und das muss ich zugeben, bei mir eher ein Gefühl von Entbehrung entsteht. Was mich wieder dazu antreibt, nächtelang zu recherchieren und über Maschinen nachzudenken, die rein wirtschaftlich in meinem Fall, jenseits von gut und böse sind. Selbstverständlich gönne ich Jedem seinen "Fetish".
Auch Diskussionen im Woodworker Forum werde ich künftig dahin gehend sein lassen, weil sie für mich nicht zielführend sind, sondern meist noch mehr Unsicherheit streuen. Die dortigen Profis haben meines Erachtens den Blick für den Heimwerker verloren.

Heiko Rech, ein bekannter Web Blogger und Profi, hat erst letztens die Frage in die Runde gestellt:

Ansichtssache - Ist ja nur fürs Hobby

Ich habe den Post mit verfolgt und bin für mich zur Entscheidung gekommen:

Ich werde an diesem Aufrüst Marathon nicht teilnehmen.

Das heißt nicht, das ich nur Schrott und Billigmaschinen kaufe bei künftigen Anschaffungen, aber die Argumente für eine 5 - 10 fach teurere Maschine müssen schon sehr gut sein. Selbstverständlich hängt das auch vom "zu erwartenden Ergebnis" ab. Dies sollte natürlich zu erreichen sein, wobei hier die Zeit nicht so die Rolle spielt, wie im gewerblichen Bereich.

Ich bin gelernter Handwerker, der 5 Jahre auf dem Bau Erfahrungen gesammelt hat und Häuslebauer, der schon sein halbes Leben an seiner Hütte erfolgreich "rumwerckelt" und so manche Sch.... erlebt hat.
Die aktive Zeit als Handwerker liegt allerdings schon 20 Jahre zurück. Aber manche Dinge ändern sich auch nicht und den Rest kann man sich im Internet anlesen. Theoretisch zumindest. Und der Rest kommt übers ausprobieren und mit dem "Fünfe gerade sein lassen".

Um meinen Blog künftig noch realer erscheinen zu lassen, möchte ich genau diese Art der Umsetzung und der Trials and Errors dokumentieren.

Desweiteren möchte ich in die Video Produktion einsteigen. Allerdings nicht, wie tausendfach vorgelebt, sondern eher sachliche Videos und Projektvorstellungen. Weil bewegte Bilder sagen einfach mehr als 1000 Worte.

Hier wird es in nächster Zeit also einiges spannendes zum nachlesen und anschauen geben.

Ich freue mich wie immer auf Ihren Besuch,

Alwaysworkingman - Andi



Kommentare:

  1. Daumen hoch für diesen Beitrag. Sehe ich zum größten Teil genauso. Es ist und bleibt für mich ein Hobby, da gehören Fehler zum Lernprozess.

    Grüße
    Ralf

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  2. Finde ich gut, dass Du nicht an diesem Aufrüst-Marathon teilnehmen möchtest. Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung mir das eine oder andere Werkzeug anzuschaffen. Meine ersten, kleine Projekte konnte ich jedoch auch gut mit Handwerkzeug erledigen. Daher kommen für mich auch nur Maschinen in Frage, welche mir einen konkreten Nutzen zu einem vernünftigen Preis liefern.

    Ansonsten viel Spaß mit deinen Projekten und deinem sehr lesenwerten Blog.

    Gruß, Kay.

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  3. Interessanter Beitrag. Fehler zeigen, ja bin ich bei Dir, schon allein anderen vielleicht eine böse Verletzung,Frust oder sonstiges zu ersparen. Man lernt und wächst an Fehlern auch an fremden.
    Markenfetisch - hm ist so ne Sache. Ich hatte als bub ne kleine Werkstatt und meine Eltern immer nur billiges Werkzeug. Das machte irgendwann keinen Spaß. Ich hab vor ein paar Jahren angefangen und hab mich beraten lassen und man sagte mir eins - wenn Du wenig Geld hast kauf einmal. D.h. sicher nicht sofort in den Laden zu stürmen und die BMWs und Mercedes in den Korb zu laden - aber da wo man merkt "das Ding brauch ich öfter" das darf auch mal eine hochwertige Maschine sein.

    Ums abzuschließen, lass uns an Deinen Fehlern und krummen Hunden teil haben, ich habs und werds mir als Blogger auch weiterhin auferlegen - Danke für den guten Anstoß.

    Servus

    Martin :O)

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  4. Hallo Martin,

    das sollte kein Aufruf sein "billigen Mist" zu kaufen und damit anzugeben. Aber ich denke ich werde bei manchen Sachen einfach die Mittelklasse nehmen, da ich sie einfach nicht so oft brauche. Beispiel: Falchdübelfräse: Es gibt Bsp. Dewalt/Makita oder den Luxusliner Lamello.

    Mit allen Dreien, bin ich überzeugt, lassen sich die selben hochwertigen Ergebnisse erzielen. Allerdings kostet die Lamello das zwei - dreifache. Sicher gibt es Gründe dafür, womöglich in der Standzeit der Maschine bei Nutzung 8 Std/Tag in 10 Jahren. Oder die Anschläge und die Präzision gleicht einer Schweizer Uhr.

    Aber diese Dinge sind bei ca. 100 Flachdübel/Jahr, die ich verarbeite, eher marginal.

    Selbst mit meiner derzeitigen Einhell ist es möglich Flachdübel zu verarbeiten. Aber mit dieser Maschine ist es wirklich schwierig, anständige Ergebnisse zu erzielen. Die Anschläge kann man überhaupt nicht benutzen, da sie total krumm sind. Aber ohne Anschlag auf der gerade Werkbank aufgelegt, lassen sich einfach Plattenverbindungen herstellen.


    Gruß Andi

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  5. Servus Andi,

    da bin ich bei Dir unhd hab auch nicht vermutet, dass Du "schlechtes" Werkzeug propagierst.
    Wenn mich Freunde oder Kollegen fragen, welches Werkzeug sie kaufen sollen, frage ich immer erst was er vor hat und wie oft. Dann kanns auch mal die für den Ottonormalverbracuher gedachte Maschine sein. Ich bin aber verdammt froh fürs Fräsen und vor allem bei Tauchsäge sehr gute Qualität zu haben, die beiden Maschinen nehme ich gerne und viel und da lohnt sich der Spaß.

    Aber wie gesagt ich freu mich schon auf Deine ehrlichen Reportagen.

    Hoffentlich bis bald
    Martin :O)

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  6. Hi Andi,

    zuerst einmal vielen Dank für diesen Beitrag. Ich lese nicht häufig Artikel in Blogs, die mich dermaßen zur Eigenreflektion angeregt haben.

    Ich muss nach einigem Nachdenken ehrlich eingestehen, dass ich mich weder vom Besitz "unnötiger" Markenmaschinen, noch von der möglichst geschickten Präsentation meiner Projekte freisprechen kann. In der Regel erwähne ich aufgetretene Probleme , aber nie so umfangreich , dass daraus ein Lerneffekt für andere entstehen kann, geschweige denn, dass ich den Schaden/Fehler dokumentiere.

    Was ich leider auch beobachten muss, gerade in den Foren und inzwischen auch in den Blogs, viele Kleinprojekte tauchen einfach nicht mehr auf. Es ist ein vorgestelltes Projekt exquisiter und auserlesener als das Letzte.
    Wer möchte sich der Schmach hingeben ein einfaches eckiges Regal aus Spanplatte vorzustellen, wenn "nebenan" seitenlange Projekte aus Massivholz mit allen Raffinessen des Schreinerhandwerks entstehen....?!

    Ich möchte dir danken, dass du mich aufgerüttelt hast und in so klaren Worten eine Entwicklung aufzeigst, die es in meinen Augen den Einsteigern immer schwerer macht mit ihren Ergebnissen zufrieden zu sein, oder sie gar vorzustellen (in den Foren oder in eigenen Blogs).

    Gruß Tobi

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  7. Hallo Ihr Lieben,

    Hallo Tobi und Martin,

    vielen Dank für Eure ehrliche Aussage. Mir geht es wie Tobi bereits schreibt. Man macht sich Gedanken, ob die rohe Presspansplatte als Regalbrett im Keller zeigbar ist oder man doch eher wenigstens zur Buche Stabverleimt greifen sollte. Stahl/Blechträger für das Brett gehen natürlich auch nicht :-) Und Holzschrauben zu einfachen Montage möge man vermeiden oder nicht fotografieren.

    Ich freue mich auf die nächsten 6 Monate bei meinem "einfachen Blog".

    Gruß Andi

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  8. Hallo Leute!

    Endlich mal ein Blog der mich "Normalverbraucher" anspricht. Wie schon erwähnt werden da oft Projekte dargestellt, die ich mir alleine schon vom Maschinenpark her nicht leisten will. Für mich als Leser zählt das tägliche Leben, die Hoppalas, kleinen Tipps und Ratschläge. Gerade die mit einfachsten Mittel hergestellten Dinge sind die bewundernswerten. Mit einem neuen Mercedes komme ich ja überall hin, aber WIE schaffe ich das auch mit einer alten Karre. Diese Berichte sind die interessanten.

    Freue mich schon auf deine weiteren Blogs.

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  9. Hallo,

    egal mit welchem Auto man fährt. Ankommen wird man immer, ausßr die "billige" oder "teure" Karre geht kaputt. Allerdings ist die Fahrt in der teuren Karre angenehmer.

    Genauso stellt es sich oft mit günstigen und teuren Maschinen dar. Allerdings gibt es auch Maschinen, mit denen ist ein Ankommen unmöglich :-)

    Ich versuche den gesunden Mittelweg für mich zu finden.

    Schön das Ihnen mein Blog gefällt.

    Gruß Alwaysworkingman - Andi

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  10. Hallo Andi,

    Der Beitrag gefällt mir richtig gut. Er trifft den Nerv, denn es handelt sich ja um das Hobby. Das betreiben wir zu unserer Freude und dem verbundenen Spaß.

    Wer länger dabei ist, wird die Erfahrung gemacht haben, dass man sich den ein oder anderen Billigkauf hätte verkneifen können und gleich zum wertigeren Werkzeug hätte greifen sollen. Dabei fällt mir der Spruch ein: ich bin zu arm um billig zu kaufen. Dabei ist teuer nicht gleich wertiger. Richtig durchdacht und dann eingekauft. Auch mal etwas länger daraufhin gespart. Dann ein erfüllter Wunsch, nach der Vorfreude, dieses Glücksgefühl das Schätzchen auszuprobieren. Das macht mir auch heute riesigen Spaß. Es ist ein langer Weg bis dahin.

    Die Anmerkung zum Thema Missgeschicke ist sehr wichtig. Diese gehören einfach zu der Hobbyarbeit mit hinzu. Sie begleitet die Arbeiten. Wir sind alle nicht mit Gesellen- oder Meisterbrief auf die Welt gekommen. Und nach meiner Erfahrung lerne ich aus meinen Fehlern am schnellsten.

    Auch die Räumlichkeiten sind nicht von Anfang an in einem Rahmen, dass sie einer Schreinerei gebühren. Muss auch nicht, denn wir machen aus dem Raum mit unserer Arbeit das, was für uns richtig ist. Und wir sind halt am Anfang alle Lernende und jeder für sich entwickelt sich nach seinen Fähigkeiten. Und mit uns entwickelt sich der Raum in dem wir arbeiten.

    Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und bei unserem Hobby hat dieser Leistungsdruck absolut keinen Platz, denn in dieser Zeit soll wir uns vom Alltag erholen und Freude am Holzwerken haben. Und wer sagt, dass eine Spanplatte kein Holzwerkstoff ist. Ich möchte meine Erfahrungen diesbezüglich nicht missen, denn diese haben mich daran lernen lassen.

    Ich denke der Spruch: „Der Weg ist das Ziel“, findet sich auch hier gut wieder. In diesem Sinne liegt es an jedem Einzelnen, was er aus dem macht was für ihn wichtig ist.

    Herzliche Grüße
    Uwe

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  11. Hallo Andi,

    mir sprichst du auch hier aus der Seele, Thema Billigmaschinen und nicht vorzeigbare Stellen im Keller. Ich habe mich auch entschlossen, eben dies so durchzuziehen, auch wenn ich, ehrlich gesagt, natürlich lieber mit den besten Maschinen arbeiten möchte. Vielleicht Schritt für Schritt, ich denke es kann jeder selbst für sich entscheiden, ab wann eine besseren Maschine notwendig ist und wann nicht.
    Weiter so, Gruß Martin

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  12. Lieber Andy, genau so soll das sein. Super Vorsatz.

    Ich bin inzwischen aus der Forenlandschaft wieder ausgestiegen und lese Blogs auch nur noch sehr selektiv. Denn dieses ständige "mein Festool, mein Mafell, mein ..." geht mir auf die Nerven. Man hat manchmal den Eindruck, dass es da eher um das Ego des Schreibers geht als um den Leser/Fragesteller.

    Was halt nicht funktioniert ist, dass die tollste Maschine den handwerklichen Fehler wettmacht. Vielleicht brauche ich mit einer PPS 7S einen Probeschnitt mehr als bei der Erika, vielleicht ist es etwas mehr Aufwand, den Winkel mit einer Bevel Box zu kontrollieren - ans Ziel kommt man trotzdem. Und zwar entspannt und ohne Leistungsdruck.

    Und, hey, wo fängt es an, ab wann man eine preiswerte Maschine nicht auf einem Bild zeigen darf? Wo sind wir denn?

    Meine Hochachtung gilt dem Ergebnis, nicht dem Werkzeugpark.

    Die höchste Hochachtung hat allerdings derjenige, der die exakten Zinken mit _Hand_werk hinbekommt und nicht mit der super-duper-mega-tollen-und-teuren Zinkenfrässchablone passend zur In-Oberfräse.

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  13. Hallo liebe Leserinnen und Leser,

    es freut mich, das mein Artikel so positiv angenommen wird.

    Ich arbeite gerade mit Hochdruck an meiner ersten Video Produktion. Ich denke die Videos werden den Blog noch echter machen.
    Bis demnächst,

    Gruß Alwaysworkingman - Andi

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Danke, Ihr Kommentar wird noch moderiert. Danke.