Samstag, 15. März 2014

Ein einfaches Badezimmermöbel - Teil 1 - Der Korpus

Hallo liebe Leserinnen,

wie in meiner Vorstellung zum Badezimmermöbel habe ich zuerst die Platten grob mit der Tauchsäge aufgetrennt in handliche Teile. Danach habe ich sehr sorgsam die Platten auf Maß geschnitten. Da der Span sehr anfällig ist, muss man hier sehr behutzsam mit dem Material umgehen. Jedes anecken hinterlässt Spuren.



Danach habe ich eine sehr tiefe Nut für die Rückwand auf der Tischkreissäge geschnitten. Durch diesen Abstand zur Wand kann die Luft hinter dem Möbel zirkulieren. Im Badezimmer sollte man Möbel meines Erachtens nicht direkt an die Wand stellen. Sondern der Wasserdampf muss Raum zum ablüften haben.





Danach ging es an die Odyssee: Kanten aufbügeln


Ein passender Bügelumleimer 0,6 mm von Egger kam zum Einsatz. Markenprodukt, dachte ich, wird schon besser sein, wie die Baumarkt Bändchen.

Dachte ich. Aber es stellte sich heraus, das es eigentlich der selbe Kram ist, und diese Methode weit weg ist von: Professionell :-)

Gott Sei Dank habe gleich eine 50 Meter Rolle gekauft, sollte ich später merken, das ich die Arbeit fast doppelt machen durfte.






An den Zwischenböden hat das aufbügeln ganz gut geklappt und stimmte mich zuversichtlich. Allerdings sind die Böden auch nur 300 mm breit, also eine kurze Strecke.








Hier zeigt sich zunächst einmal der Vorteil der breiten Schürze an meiner Werkbank. Lange Platten können ohne Probleme gespannt werden, sodass ich die Kanten komfortabel bearbeiten kann. Zum ansetzen der Platte an die Schürze habe ich mir ein Hilfsbrett an den Fuß gespannt. So kann ich die Platte dort ablegen und in Ruhe an der Schürze festspannen.

Allerdings war dann das aufbringen der Umleimer an den 1200 mm langen Brettern ein Abenteuer ohne Gleichen. Aufgrund der Länge ist die Hitzeverteilung sehr schwierig und bedarf einiges an Übung. Und die kam erst nach dem zweiten Anlauf.

Beim abnehmen der Überstände musste ich feststellen, das in der Mitte der Umleimer nicht richtig verleimt war und sich abhebten. So ein Riesen Mist, schallte es durch die Werkstatt.

Also wieder "abbügeln" und von vorne. Die meisten Bretter wurden nach dem zweiten Anlauf "Gut". Bei einer Platte benötigte ich sogar drei Anläufe. Wie bereits gesagt, ich habe ja 50 m da.

Diese Methode ist meines Erachtens für den Möbelbau nicht geeignet. Ohne Kantenanleimmaschine ist das eine ziemliche Bastlerei und nicht ernst zu nehmen.

Nachdem die Platten vorbereitet waren, ging es ans setzen der Flachdübel. Was Dank der guten Maschine ohne besondere Vorkommnisse sehr gut funktionierte.




Auch hier sind die 20 mm Löcher in der Bank einfach eine unglaubliche Erleichterung.
















Probeweise zusammen gebaut. Passt soweit.












Der Korpus wurde danach verleimt und die oberen und unteren Böden in der Mitte mit PocketHoles verstärkt und verschraubt.

Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht, Verleimungen peinlichst genau vorzubereiten. Es liegt alles an seinem Platz, es ist genug Platz auf der sauberen Werkbank. Die Zulagen, die Zwingen, alles liegt bereit und wird funktionieren.

So ist Verleimen fast schon meditative Tätigkeit und funktioniert ohne hohen Blutdruck :-)





Ein fertiger Korpus. Ich hoffe Ihnen hat dieser Beitrag gefallen. Über Anregungen oder gar Tipps freue ich mich.

Bis demnächst,

Gruß Andi - Alwaysworkingman


Hier geht es zum zweiten Teil

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich bin vor zwei Wochen benfalls mit "Profi" Bügelkanten in der Werkstatt gestanden und murmelte Flüche vor mich hin.
    Den Besten Tipp den ich finden konnte: Das Bügeleisen nicht auf volle Pulle wie oft geschrieben, sondern Warm machen, Stufe zwei; umdrehen und etwas Umleimer auflegen und schauen ob der Kleber schmilzt. Bei mir hat der Kleber sofort blasen geworfen und war hinüber, weil zu Heiß.
    Temperatur verrringern und noch mal kontollieren. Jetzt ging es auch mit dem Bügeln gut voran.

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  2. Hallo,

    vielen Dank. Sehr guter Tipp, das werde ich ausprobieren. Ich hatte es auf 3 weil ich dachte mir erkaltet der Kleber sonst zu schnell wenn nicht heiß genug. Aber das dann der Kleber kaputt ist, hatte ich nicht gedacht.

    Vielleicht lag es ja auch daran.

    Danke

    Gruß Andi

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  3. Sieht das nur aus, oder hast Du an der unteren (Oder oberen?) Platte Taschenbohrungen benutzt?

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  4. Hallo Marc,

    ja ich habe PocketHoles verwendet. Ich verwende diese gerne an Stellen die man nachher nicht mehr sieht. Das spart manchmal schwierige Zwingerei. Oder wenn es sich hier um Span handelt, der eh nicht gut zu verleimen ist.
    Danke fürs vorbeischauen,

    Gruß Andi

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