Montag, 30. März 2015

Holzwerker Wochenende - Ein Besuch in der Kurswerkstatt von Heiko Rech

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

das letzte Wochenende habe ich mir was herrliches gegönnt.
Ich war auf einem Wochenend-Kurs bei Heiko Rech in der Kurswerkstatt-Saar.

In diesem Post möchte ich meine persönlichen Eindrücke des Kurses wiedergeben.

Das wird keine detailliert bebilderte Baudokumentation.




Angemeldet hatte ich mich zum Kurs Möbelbau mit Leimholzplatten

Ein zweitägiger Kurs an dem ein Möbelstück für die Wohnung entsteht. Und genau das hat mich gereizt. Der Schrank ist aus Buchenleimholz mit durchgehender Lamelle in hervorragender Qualität und hat Dimensionen, die als ausgewachsenes Möbel durchgehen.



1. Tag



Am Samstag Morgen um 8:00 Uhr ging es los. 
Die Kursteilnehmer: 4 IT`ler  :-) Wir beschlossen sofort: "Selbsthilfegruppe" :-)

Nach einer kurzen Einführung und Kaffeepause ging es sofort in die Materie. Da es sich ja um einen Holzwerker Kurs handelt, hat Heiko 3 unterschiedliche maschinell herzustellende Holzverbindungssysteme in die Umsetzung des Schrankes mit einfließen lassen.

So wird mit Lamello Systemen, Mafell Duo Dübler und Festool Domino Fräse gearbeitet. Vor jedem Arbeitsgang erklärt Heiko direkt an der Maschine und am Beispiel, wie die Maschinen funktionieren, und vor allem wo sie Ihre Tücken haben. 

Erste Station: Mafell Duo Dübler, mein heimlich gehegter Traum seit zwei Jahren.


Die Möglichkeiten sind sehr mannigfaltig
genau wie die Einstellmöglichkeiten.



Erster Versuch und gleich falsch gemacht.
Anschlag der Maschine nicht genau ans Werkstück gesetzt.



Konnte noch korrigiert werden. Wenn man es richtig macht
sind die Verbindungen beeindruckend
präzise und einfach herzustellen.

Das Problem am Duo Dübler: Der Runddübel verzeiht einem keine Toleranzen. Maschine falsch angesetzt keine Chance. Für den Hobbieisten und Heimwerker ist diese Maschine wohl eher übertrieben oder zumindest sollte "Mann" sie erst anschaffen, wenn "Mann" die anderen 1000 Kleinigkeiten hat, die "Mann" so in der Werkstatt braucht. Dies gilt meines Erachtens auch für das Domino System. Wieder was gelernt und das "must have Gen" in mir wird Ruhe geben. Für wie lange weiß ich nicht.

Zum gesunden Start empfiehlt Heiko ein Flachdübelsystem.



Der verleimte Korpus. Es bestätigt wieder, Schraubzwingen kann man
nie genug haben und sie sind nur mit "mehr Schraubzwingen" zu ersetzen..


Auch während des Kurses ist man als Kursteilnehmer nie allein. Heiko ist gefühlt irgendwie immer bei "Jedem" und gibt Hilfestellung und macht dazwischen noch die anderen organisatorischen Dinge die einen reibungslosen Ablauf garantieren und keinen Leerlauf entstehen lassen. 

Alles in allem in einer sehr entspannten Atmosphäre wo jeder in seinem Tempo arbeiten kann. Und na klar, es findet ein reger Austausch über Maschine und andere Dinge der Woodworker Scene statt. Holzwerker kommt also voll auf seine Kosten. 

Heiko legt Wert darauf, das jeder Teilnehmer ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht. Ein versägtes Brett oder ein Patzer, was nun mal passiert, wird ohne großes Gerede mit neuem Material ausgetauscht. 

Die Verleimung ist dicht.

Die verleimte Tür im Rahmen-Füllungs-Bau. Für mich eine nie erreichte Disziplin.

2. Tag


Am zweiten Tag ging es weiter mit dem Bau des Schränkchens. Weil Sonntag war geht es erst um 08:30 los :-).

Es wurden die Schubladen geschnitten, gefräst und geleimt. Alles wieder vollgepackt mit wertvollen Tipps und vielen Informationen. Man lernt den Vorteil kennen von kleinen Schablonen und Werkstatthilfen um gewisse Abläufe präzise, schnell und wiederholbar zu machen. Ideen über Ideen werden mit nach Hause genommen.

Am Abend gegen 16:00 Uhr sind wir dann Alle in der Zielgeraden angekommen. Allerdings waren wir alle ziemlich platt, weil so viele Eindrücke und Informationen auf uns in den letzte Tagen eingeprasselt sind. Auch beim erstellen des Schrankes gab es außer den Pausen eigentlich nie Langeweile oder Leerlauf.

Fertiger Schrank




Der Schrank ist fertig. Allerdings bedarf es noch einiger Feinarbeiten, je nach Anspruch
des Einzelnen. Die Zeit dafür ist einfach zu knapp.

Mein persönlicher Rückblick


  • Das nächste "Must Have" bei mir in meiner Werkstatt wird der Bau eines einfachen Frästisches sein. Damit eröffnen sich für mich ungeahnte Horizonte. Rahmenfüllungsbau mit der Oberfräse ist mir ein zu arges Gefummel und Gebastel. Im Kurs wird alles auf dem Frästisch gefertigt und die Genauigkeit und Wiederholbarkeit ist beeindruckend.
  • Heiko gibt während des Kurses sehr viele "Tipps on hand" was Sinn macht und was erstmal noch warten kann. 
  • Am Ende des Kurses ist man in der Lage, das gelernte selber umzusetzen. Der vermittelte Inhalt und die praktische Übung genügen in jedem Fall um in das Thema Möbelbau ernsthaft einzusteigen.
  • Für den Anfänger werden viele Mysterien, die zumeist in Foren an gelesen werden, aufgelöst. Man kann entspannt mit dem Hobbie beginnen / weiter machen. Daher kann ich einen Besuch in der Kurswerkstatt Saar Jedem nur empfehlen.
  • Heiko hat so ziemlich jedes Werkzeug und sehr viele Maschinen zum anfassen in seiner Werkstatt. Es kann fast das komplette Spektrum von Oberklasse bis Mittelfeld in die Hand genommen und ggf. probiert werden. Zumindest was Handwerkzeuge und handgeführte Maschinen wie z.B. Hobel, Tauchsägen, Oberfräsen, Lamellofräsen, Akkuschrauber etc. angeht. 
  • Er hat natürlich keine 4 Tischkreissägen da stehen. Aber die "Eine" ist schon ein "zweites will Have" wert. :-)
  • Das Essen war sehr lecker und die Verpflegung hervorragend.



Zu Hause angekommen geht es aber demnächst weiter mit dem Schränkchen.
  • abschließende Feinarbeiten (Tür einstellen etc.)
  • evtl. Profilierung mancher Kanten
  • Oberflächenbehandlung
  • Verbringung an den Bestimmungsort.
Wie bereits erwähnt bleibt für diese Detailstufe am Schluss des Kurses einfach keine Zeit.

In jedem Fall werde ich versuchen, einmal im Jahr so ein Wochenende im Saarland einzubauen.

Bis demnächst, es grüßt herzlich

Andi - Alwaysworkingman

Hier geht es zum zweiten Teil

Kommentare:

  1. Hallo Andi,
    damit bist Du mit Deiner Einschätzung nicht allein. Den von Dir im Rückblick genannten Gedanken kann ich zu 100% zustimmen. Und ja, der Besuch des Kurses bei Heiko im vergangenen Sommer war auch für der Impuls, mit dem Bau eines Frästisches zu beginnen. Die Beschreibung des Ergebnisses gibt es dann hier: http://www.holzundleim.de/2015/02/baudokumentation-fraestisch/

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    1. Hallo Wolfram,

      ja der Frästisch wird auch bei mir mir sehr existenziell sein. Heiko fixt einen da ganz schön an :-)
      Aber alles andere macht auch keinen Sinn. Diese Sachen mit der handgeführten OF zu machen wäre mir zu viel Fummelei und ich würde die Lust verlieren.

      Dein Schrank ist aber auch sehr schön geworden. Und den Frästisch schaue ich mir gleich mal an.
      Schön das Du hier warst,


      Gruß Andi

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